F. Walther, S. Vlach;Seminargruppe B98/3
Die Sonnenfinsternis am 11. August 1999
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| Am 11. August findet die einzige in Deutschland sichtbare totale Sonnenfinsternis im 20. Jahrhundert statt. |
| Die letzte in Deutschland sichtbare totale Sonnenfinsternis fand am 19. August 1887 statt. |
| Die nächste Sonnenfinsternis, die auch in Deutschland zu sehen sein wird, ist erst wieder am 3. September 2081. |
| Danach gibt es erst 2135 wieder eine totale Sonnenfinsternis. |
| Entstehung einer Sonnenfinsternis |
| Allgemein |
| Im Gegensatz zu einer Mondfinsternis, die von der gesamten Nachthälfte der Erde aus beobachtet werden kann, sind Sonnenfinsternisse nur von einem sehr begrenzten Gebiet der Tagseite aus sichtbar. |
| Der Korridor, in dem eine Sonnenfinsternis von der Erde aus zu sehen ist, ist meist nur einige hundert Kilometer breit. |
| Deshalb sind Sonnenfinsternisse an einem bestimmten, spezifischen Ort der Erde nur sehr selten zu sehen, was sie um so interessanter macht. |
| Es gibt totale, ringförmige und partielle Sonnenfinsternisse |
| Bei einer partiellen Sonnenfinsternis bedeckt der Mond die Sonnenscheibe nur teilweise, d.h., die Schattenkegelmitte des Mondes streift die Erde nicht. Das Sichtbarkeitsgebiet auf der Erde ist einige tausend Kilometer groß, trotzdem verdeckt sich die Sonne für keinen irdischen Betrachter vollständig. |
| Partielle Sonnenfinsternissen kann man an einem bestimmten Ort der Erde durchschnittlich all paar Jahre sehen. |
| Bei einer ringförmigen Sonnenfinsternis wird die Sonne nur fast vollständig vom Mond verdeckt. Rund um den Mond ist ein Lichtring zu sehen - deshalb spricht man von einer ringförmigen Sonnenfinsternis. |
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| Eine ringförmige Sonnenfinsternis entsteht, weil sich der Mond dabei auf einer Bahn und in einer Entfernung zur Erde befindet, bei der sein scheinbarer, bzw. sichtbarer Durchmesser nicht ausreicht, um die Sonne vollständig zu verdecken. |
| Bei einer totalen Sonnenfinsternis wird die Sonne vollständig vom Mond verdeckt, so das für die Zeit der Verdeckung kein Sonnenlicht zu sehen ist; zu sehen sind nur Gasausbrüche am Sonnenrand (Protuberanzen) und die sehr schwache Sonnenkorona, ein Strahlengürtel. |
| Etwas spezieller |
| Da der Mond 400 mal kleiner ist als die Sonne und gleichzeitig in einer 400 mal kleineren Entfernung zur Erde steht, als die Sonne, haben die beiden Scheiben nahezu den gleichen Durchmesser. Eine Sonnenfinsternis kann nun entstehen, wenn sich der Mond auf einer Linie zwischen Sonne und Erde befindet. Er verdeckt dann durch seinen Schatten die Sonne, so daß man auf der Erde eine Verfinsterung der Sonne beobachtet. |
| Für eine totale Sonnenfinsternis muß der Mond in der Phase des Neumondes so zwischen Sonne und Erde stehen, daß die Mondscheibe die Sonne vollständig verdeckt. Die scheinbaren Durchmesser der beiden Himmelskörper sind dabei gleich groß und der Mond verdeckt die Sonne vollständig. |
| Tut er das nicht, kommt es nur zu einer partiellen, bzw. ringförmigen Sonnenfinsternis. |
| Entscheidend für eine totale Sonnenfinsternis ist die Entfernung von Sonne und Mond zum Zeitpunkt der Finsternis, da sich Erde und Mond auf eliptischen Bahnen bewegen und sich dadurch der scheinbare Durchmesser der Himmelskörper ändert. |
| Befindet sich die Sonne im erdnächsten Punkt und der Mond im erdfernsten Punkt, so kann der Mond die Sonne nicht mehr vollständig bedecken und es kommt zu einer ringförmigen Sonnenfinsternis (partielle Verfinsterung) Sein scheinbarer Durchmesser ist dabei kleiner, als der der Sonne. |
| Würde sich die Sonne im erdfernsten Punkt und der Mond im erdnächsten Punkt befinden, so käme es rein theoretisch zu einer totalen Sonnenfinsternis mit maximaler Dauer von 7 Minuten 31 Sekunden. Durch die Entfernung der Himmelskörper voneinander verlängert sich für den irdischen Betrachter die Zeit, die beide Himmelskörper brauchen, um sich auf ihren Bahnen an einander vorbei zu bewegen. Dies kommt aber fast nie vor. |
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| Durch die Gezeitenwirkung nimmt die Entfernung des Mondes von der Erde zu und sein scheinbarer Durchmesser ständig ab ( 4 cm pro Jahr). |
| Das bedeutet, daß in ca. 600 Mill. Jahren keine Sonnenfinsternissen mehr zu beobachten sein werden. |
| Beobachtbare Phänomene während einer Sonnenfinsternis |
| Man kann während einer Sonnenfinsternis verschiedene Phänomene beobachten. Wie zum Beispiel das sogenannte Perlschnurrphänomän, das kurz vor und nach der totalen Phase auftritt. |
| Während der partiellen Phase der Sonnenfinsternis kann man die Photosphäre der Sonne mit ihren Sonnenflecken, Fackeln, Granulen, die Randverdunklung und die natürlich fortschreitende Verfinsterung beobachten. |
| Während der totalen Sonnenfinsternis wird der gesamte Himmel etwa so dunkel wie 1 Stunde nach Sonnenuntergang und die hellen Planeten Venus, Merkur und Saturn sowie die hellsten Sterne werden sichtbar. Außerdem ist ein Temperaturabfall zu beobachten. |
| Interessant wäre es sicher auch, zu beobachten, wie sich die Tier- und Pflanzenwelt während einer Sonnenfinsternis verhalten. |
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| Tips für die Beobachtung |
| Man braucht keine besondere astronomische Ausrüstung zur Beobachtung einer Sonnenfinsternis. Sinnvoll ist es aber, geeignete Maßnahmen zum Schutz der Augen zu treffen, da man auch bei einer Finsternis nicht mit bloßen Augen in die Sonne schauen sollte. Es gibt spezielle Sonnenbrillen, welche mit spezieller Filterfolie ausgerüstet sind, die vor den für die Augen gefährlichen Strahlen schützt. |
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| Pfad der Sonnenfinsternis vom 11. August 1999 |
| Die Totalitätszone der Sonnenfinsternis am 11. August 1999 verläuft in Europa von England aus über Frankreich, Österreich, Ungarn, Rumänien, der Türkei und dem Iran. |
| In Deutschland verläuft sie von Nordfrankreich her kommend über Saarbrücken, Karlsruhe, Straßbourg, Stuttgart, Ulm, Augsburg, München, Salzburg und Graz |
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| Die totale Finsternis am 11. August - wo kann man sie am längsten sehen ? |
| Die längste Finsternis war am 20. Juni auf den Philipinen zu beobachten. Ihre Dauer betrug 7 Minuten und 8 Sekunden. |
| Eine ausgerechnete theoretische Maximallänge von 7 Minuten und 28 Sekunden würde uns im Jahre 2186 erwarten. Genau am 16.07. diese Jahres. Diese Finsternis wäre damit Rekordhalter für die nächsten 1469 Jahre. |
| Geeignete Beobachtungsplätze in Deutschland: |
| In den Städten Augsburg , Karlsruhe, München und Stuttgart wird die Dauer
zwischen 2 Minuten 8 Sekunden und 2 Minuten 17 Sekunden liegen. Spitzenreiter ist hier Augsburg mit 2 Minuten und
17 Sekunden. Einige Reiseveranstalter bieten Ausflüge nach Süddeutschland an und auch die Städte selbst begegnen diesem letzten Jahrhundertereignis mit großen Veranstaltungsplänen. |
| Wem dies noch nicht genügt, für den empfiehlt es sich nach Ungarn zu reisen.
Dort beträgt die totale Finsternis bis zu 2 Minuten 25 Sekunden. Events dazu finden sich leicht im Netz. |
| Wer sich zu dieser herrlichen vorlesungsfreien Zeit jedoch in Berlin aufhält, wird von allem nicht viel mitbekommen. |
| Zukünftige totale Sonnenfinsternisse |
| Die nächsten totalen Sonnenfinsternisse finden · am 21.06. 2001 über Südafrika und Madagaskar · am 04.12. 2002 über Südafrika und Australien · am 29.03. 2006 über dem zentralen Teil Nordafrikas, dem mittleren Osten und Zentralasien statt Die nächste Sonnenfinsternis, die auch in Deutschland zu sehen sein wird, ist erst wieder am 3. September 2081 zu sehen Danach gibt es erst 2135 wieder eine totale Sonnenfinsternis |
| Verwendete Quellen: verschiedene Web-Seiten, die unter dem Stichwort Sonnenfinsternis zu finden sind (u.a. Maxis Homepage, www.Sonnenfinsternis.de, www.eclipse1999.de Informationen der NASA) |
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