Ansprache von Melanie und Vincent:




Nicht wie angekündigt, aber nicht weniger spannend und interessant gestalten für Sie die Rede: Vincent Rzepka und Melanie Schmidt.
Aber nach nunmehr 7 Jahren Friedrich-Wilhelm-Gymnasium wollen wir nicht noch mehr Zeit verbrauchen:

Sehr geehrte Schulleitung, liebe Lehrer,
liebe Familien und Freunde und vor allem liebe Abiturienten,

nach 13 Jahre ist endlich Land in Sicht. In wenigen Minuten werden wir endlich die Erlaubnis haben, von Bord zu gehen. Vor uns liegt ein Archipel von hunderten Inseln. Jeder von uns Abiturienten wird eine dieser erwählen. Viele werden studieren oder eine Lehre machen. Manch anderer wird noch ein Jahr im Wehr- oder Zivildienst ableisten müssen, einige davon sogar freiwillig. Als wir vor 13 Jahren auf einen Luxusdampfer namens Grundschule stiegen, dachten wir nicht einmal im Traum an das Ende dieser Reise. Nach 6 Jahren All-Inclusive-Urlaub mussten wir uns das erste Mal entscheiden, welches Boot uns über eine raue See bringen sollte. Wir hier wählten das „Free-Willy“. Die anfängliche Orientierungslosigkeit ließ uns von Zeit zu Zeit Steuerbord und Backbord verwechseln und gegen die eine oder andere Wand laufen. Und mancher Offizier ließ uns stramm stehen, damit wir merkten aus welcher Richtung der neue Wind wehte. Doch jener drehte langsam und nicht nur unser Kutter, sondern auch wir nahmen Fahrt auf und der ein oder andere Pirat versetzte manch einen Offizier in Angst und Schrecken. Alsbald aber waren 4 Jahren vergangen und uns dräute das erste Gewitter. Wer diese uns vom allmächtigen Ministerium für Bootsprüfungen verordnete Prüfung bestand, wurde gleich mit der nächsten Aufgabe betraut: nach der „Fachoberschulreife mit Berechtigung zum Besuch der gymnasialen Oberstufe“ sollte die „Allgemeine Hochschulreife“ folgen. Endlich, so dachten wir, wären wir erwachsen und frei, zu tun und zu lassen, was wir wollten. Und im ersten Jahr, schienen wir recht zu behalten, doch desto mehr wir uns dem Jahre zwei nach SEKI näherten, desto mehr wurde uns – oder zumindest den meisten von uns klar: jetzt zählt jeder Punkt. Auch wenn wir immer noch nicht wussten, ob 11 Punkte jetzt eine 2, 2- oder 2+ sind. Viele sagten schon damals, sie hätten keine Lust, doch je näher das Ende kam, je mehr änderten ihre Meinung und stellten fest, dass Mama und Papa immer Recht hatten, wenn sie sagten: Ihr werdet die Schule vermissen, es ist eine der schönsten Zeiten im Leben. Es war eine kleine große Welt, in der wir uns alle zurechtfinden mussten, mit allen Ungerechtigkeiten: Subjektivität von Lehrern, Faulheit anderer – und leider auch verfrühten Toden. Aber diese kleine Welt war auch voller Freude und freudiger Erfahrungen: Glaube, Liebe, Hoffnung und Freundschaft – sogar zu Lehrern! Am heutigen Tag sind wir am Ende angekommen. Diese kleine Welt hat uns zu den Menschen gemacht, die wir heute sind und dafür möchten wir uns bedanken: Bei unseren Kapitänen: Frau Rohde, Frau Maempel, Frau Heckert und Frau Juhran, Frau Wimmer, Frau Rodner und Herrn Zschau. Sowie bei unseren Ersten Offizieren: Frau Beyer, Herrn Bösche, Frau Hasse, Herrn Peschel, Frau Pruß und Herrn Schierhorn. Und bei unseren Admirälen: Herrn Bandelow, Frau Gessner, Herrn Hausstein und vor allem bei Frau Nähter. Liebe Abiturienten, wir können gespannt darauf sein, wie wir uns in den nächsten Jahren entwickeln werden. Wie es in der Natur unseres Jahrganges liegt, werden wir die verschiedensten Wege beschreiten. Wir werden älter werden… – und faltiger. Und wir werden schlauer und reifer werden… – zumindest erhoffen wir uns das. Aber auch, wenn der gewohnte Ablauf und die gewohnten Gesichter uns jetzt vorerst verlassen, steckt nicht den Kopf in den Sand, sondern sucht euch ein wohliges Plätzchen – vor euch liegen Hunderte von kleinen, sonnenbeschienen Inseln, die nur darauf warten, von euch entdeckt zu werden. Also lasst uns heute noch einmal feiern und ab morgen stehen die Boote wieder abreisebereit vor eurer Tür – diesmal seid ihr der Kapitän. In diesem Sinne vielen Dank für die Aufmerksamkeit und:

Gemeinsam: Gute Fahrt!