Freude im Fach Französisch



Jedes Jahr vergibt die französische Botschaft Stipendien an Jugendliche, die mindestens 18 Jahre alt sind. Den Jugendlichen soll die Möglichkeit geboten werden, nach Frankreich zu fahren. Das Stipendium deckt alle Aufenthaltskosten ab – die Mahlzeiten, die Unterkunft und die Ausflüge. Die Reisekosten (vom Wohnort zum Zielort) müssen jedoch von den Jugendlichen selbst bezahlt werden. In diesem Jahr wurde dem Friedrich-Wilhelm-Gymnasium ein Stipendium dieser Art verliehen, denn das Institut Français möchte sich gerne für die Arbeit bedanken, die zugunsten der französischen Sprache geleistet wird. Sandra Burgschweiger (eine Schülerin aus dem 12. Jahrgang) wird in den Sommerferien nach Südfrankreich fahren. Sie wird sich überwiegend im Departement Alpes-Maritimes aufhalten. Dort wird sie zusammen mit anderen Jugendlichen Ausflüge machen – nach Monaco, nach Cannes, nach Nizza und nach Grasse. Die Jugendlichen werden viel über die Geschichte und die Kultur der Region erfahren. Die wichtigsten Sehenswürdigkeiten werden besucht. Darüber hinaus stehen sportliche Aktivitäten auf dem Programm, z.B. Kajak-Fahrten, Schwimmen und Wandern.


"Vive la France"- ein Erlebnisbericht vom diesjährigem Austauschprogramm:

Zehn Tage Frankreich standen uns bevor. Für viele ein neues Terrain, das sie vorher noch nicht besucht haben. Der alljährliche Schüleraustausch des Friedrich- Wilhelm- Gymnasiums (Königs Wusterhausen) und des Lycée Jacques Prévert (Savenay) begann. Bereits im Frühjahr 2006 kamen französischen Schüler zu uns und schließlich ein Jahr später reisten wir zu ihnen nach Frankreich. Wir verabschiedeten uns von unseren Freunden und Verwandten, packten hastig die Taschen und traten die eintägige Busfahrt an. Viele Stunden und Pausen später erreichten wir unseren ersten Höhepunkt: Paris. Schnell war die Müdigkeit vergessen und wir betrachteten jedes noch so kleine Magasin. Wir machten schnell ein paar Fotos und schon wurde die Reise weiter fortgeführt, denn bis zu unserem Zielort Savenay in der Bretagne lagen noch zahlreiche Kilometer vor uns. Doch die Zeit verging wie im Flug und kaum in der Hauptstadt gewesen, erreichten wir auch die kleine Stadt in Westfrankreich. Wir erblickten aus den Fenstern die uns schon bekannten Gesichter unserer Austauschpartner und stiegen mit gemischten Gefühlen aus dem Bus. Wie wird die Familie sein? Hat er bzw. sie sich verändert? Was werden wir unternehmen und sehen? Den Ankunftstag verbrachten wir bei unseren Gastfamilien und konnten uns erst einmal von der doch sehr anstrengenden Fahrt erholen. Am darauffolgenden Tag, dem ersten, an dem wir am französischen Unterricht teilnahmen , wurden wir erst von der Schuldirektion des Lycée Jacques Prévert begrüßt und fuhren am Nachmittag zur Atlantikküste und sahen uns die Kleinstädte Guérande und Batz an. In der gleichen Woche besichtigten wir noch die Großstadt Nantes mit dem Château des Ducs, das Schloss von Goulaine mit dessen Museum des berühmten französischen Keksherstellers Lefèvre- Utile, in dem Werbeplakate vom 19. Jahrhundert bis heute präsentiert werden, das kleine Saint- Nazaire und unternahmen eine Bootsfahrt auf der Loire, die man auf Grund des schlechten Wetters nicht so sehr genießen konnte. Nach einem Wochenende mit unseren Gastfamilien hieß es in der darauffolgenden Woche Abschied nehmen. Am vorletzten Tag fuhren wir nochmals an den Atlantik, um einen Austernzüchter zu treffen, der uns seine kleine Fünf- Mann- Firma zeigte und uns zahlreiche Kostproben anbot. Bereits 24 Stunden später machten wir noch schnell einige Fotos, aßen ein letztes Mal in der Schulkantine, verabschiedeten uns von den französischen Austauschpartnern und schon ging es wieder nach Hause Richtung Deutschland. Die zehn Tage in Savenay waren für mich persönlich wunderbar, da ich viel Neues kennen gelernt habe, meine Sprachkenntnisse verbesserte und viel Spaß mit meinen Freunden hatte. Auch wenn kein enger Kontakt zu meiner Französin bestand, sah ich, wie sich neue Freundschaften entwickelten und der Großteil sich sichtlich wohl fühlte. Alles in allem war es eine gute Erfahrung für mich, die ich jedem weiterempfehlen möchte, egal, ob man sich für die zwei Wochen in der zehnten oder die drei Monate in der elften Klasse entscheidet.

Vanessa Jasmin Lemke