Blasses Herbstlaub im weißen Schnee

Nichts ist so, wie es scheint ...

(unbekannt)

Wo bekomm ich jetzt ein gebrauchtes Auto her?

Der Gebrauchtwagenkauf scheint erstmal eine leichte Sache. Und ich als Student fühlte mich auch besonders versiert und gut vorbereitet auf die Weiten des Internets. Denn schließlich bereitet uns die Universität reiflich auf die neusten Errungenschaften des Internets ausgiebig vor, sodass wir Studenten stets guter Dinge sein können, wenn wir uns auf die Suche nach Annoncen aller Art, sei es auf der Suche nach einem Job auf dem Stellenmarkt oder eben auf der Suche nach einem Gebrauchtwagen sind.

Mit Stellengesuchen und Stellenangeboten hatte ich auf dem Internet-Stellenmarkt ja schon einige Erfahrungen gesammelt, sodass ich mich frohen Mutes in die Recherche für einen alltagstauglichen Gebrauchtwagen machte. Es gibt ein schier endloses Angebot an Gebrauchtwagen-Portalen (Zum Beispiel: Gebrauchtwagen bei Quoka), die sich in der virtuellen Welt des Internets etabliert haben. Auf einer großen Fülle von Internetseiten hatte ich alle Chancen, meinen Traumwagen zu finden. Die große Lücke des Internet-Gebrauchtwagenhandels ist jedoch die Tücke mit der räumlichen Distanz. Es gibt alles! Ehrlich, ich suchte mir als erstes das meinen Träumen entsprechende Auto heraus. Ein kleines, gebrauchtes aber dennoch stilvolles Auto, das nicht jeder fährt, sollte es sein. Komfortabel zu warten und nicht sehr anfällig - und billig, ja billig, klar.

Das ist so ähnlich wie bei der Jobsuche auf dem Stellenmarkt. Oder eigentlich noch schlimmer. Denn auf ein Stellenangebot kann man reagieren, auch wenn das Stellenangebot für eine andere Stadt ausgeschrieben ist, kann man sich zumindest überlegen, ob man bei der Flexibilität, die mittlerweile als sprichwörtlich für die heutige Studentenschaft anzusehen ist, dabei sein will. Und eigentlich will man ja, ist doch klar, für einen guten Job tun Studenten fast alles. Da ist Umziehen eines der kleinsten Übel die wir gleichmütig in Kauf nehmen. Aber was um Himmels Willen tun, wenn das Auto, das ich unbedingt haben will, weil es günstig ist und gut, cool und angesagt, am anderen Ende der Republik zum Verkauf steht?

Ein Desaster, denn dahin fahren wollte ich nicht, um dann vielleicht rauszufinden, dass er erhebliche Mängel hat. Also musste ich wohl oder übel den Wagen in meiner Stadt auswählen, der lange nicht so cool ist, wie der weit, weit weg. Solche Probleme gibt es jedenfalls nicht, wenn ich einen Job suche und mich auf ein Stellenangebot am anderen Ende Deutschlands bewerbe. Stellengesuche gebe ich ohne örtliche Begrenzung auf. Das ist ja klar. Ich musste also erkennen, dass das Internet einem sagt, was in der Welt zu haben ist, aber nicht, was auch regional machbar ist. Und diese Einschränkungen sind nun einmal bindend. In jedem Fall bin ich nun stolzer Besitzer eines Kleinwagens von Fiat.

Sehr froh bin ich vor allem über das gut gepflegt Scheckheft des Vorbesitzers. Der hat tatsächlich alle Inspektionen, die der Hersteller empfiehlt, machen lassen, sodass ich trotz meiner Unbedarftheit, was die technischen Anforderungen eines Autos angeht, sicher gehen kann, dass mein neues Auto erstmal eine Weile fährt. Nun kann ich mich auch auf den Weg machen, um entlegenere Job-Angebote wahrzunehmen, oder auch nur, um ein Bewerbungsgespräch in einer anderen Stadt zu führen. Ich bin außerdem froh, dass ich durch mein ausgeprägtes Verhandlungsgeschick den Vorbesitzer um vierhundert Euro runterhandeln konnte. Nicht ohne Stolz habe ich den ganzen Verkauf zu meinen Gunsten entschieden.

Nun bleibt nur noch zu hoffen, dass der Diesel, der mein Punto leider ist, nicht allzu sehr in der Steuer steigt, sodass ich noch einige Jahre was von meinem neuen Gefährt habe. Denn vorerst bin ich erstmal pleite und suche händeringend einen Job im Internet. Aber der virtuelle Stellenmarkt gibt ja auch einige Ausschreibungen her. Bleibt nur zu hoffen, dass diese Unternehmen auch tatsächlich freie Stellen haben und ihre Stellenangebote ihren ursprünglichen Sinn erfüllen. Denn einige Stellenangebote erscheinen oft. Warum nur. Kann mir das einer erklären?