Die nachstehenden Auszüge und Zitate sind dem jeweiligen Projekt oder System angemessen zu ergänzen und anzupassen. Sie wurden speziell für Atomatisierungs-Projekte in der Industrie geschaffen, können aber mit "gesundem Menschenverstand" auch in der Telematik verwendet werden.
Lasten- und Pflichtenheft:
Einführung in das Projekt
Beschreibung der Ausgangssituation (Ist-Zustand)
Aufgabenstellung (Soll-Zustand)
Schnittstellen
Anforderungen an die Systemtechnik
Anforderungen für die Inbetriebnahme und den Einsatz (Nutzung)
Anforderungen an die Qualität
Pflichtenheft zusätzlich:
Systemtechnische Lösungen
Beschreibungsmittel:
Die eingesetzten Beschreibungsmittel sind so zu wählen, dass sie eindeutig von Auftraggeber- bzw. -nehmerseite verstanden und interpretiert werden können. Texte sind knapp und klar strukturiert abzufassen. Es sollen folgende Hilfsmittel verwendet werden:
grafische Darstellungen (z.B. Ablaufdiagramme, Layoutpläne)
Tabellen (z.B. Materialflussmatrix, Entscheidungstabellen)
Formulare (z.B. Verfügbarkeitstest, Spielzeitüberprüfung, EVA-Formulare = Eingabe/Verarbeitung/Ausgabe)
Qualitätsmerkmale zur Prüfung eines Pflichtenheftes:
Übersichtlichkeit
Vollständigkeit
Eindeutigkeit
Widerspruchsfreiheit
Testbarkeit (Quantifizierungen)
keine Implementierungsdetails
Realisierbarkeit
Aktualität
Allgemeine Gesichtspunkte
Sind alle Gliederungsvorgaben gemäß VDI/VDE 3694 und [ggf.] VDI 2519 Blatt 2 berücksichtigt?
Sind die Formulierungen knapp, präzise und eindeutig?
Sind alle nicht allgemein verständlichen Begriffe gesondert erklärt?
Sind alle grafischen Darstellungen mit einer Legende versehen?
Systembeschreibung
Sind alle Funktionen des Systems beschrieben?
Sind die materialflusstechnischen, datentechnischen und organisatorischen Abläufe beschrieben?
Sind die Mengengerüste vollständig vorhanden?
Schnittstellen
Sind alle Schnittstellen beschrieben?
Sind die Schnittstellenfunktionalitäten eindeutig den jeweiligen Gewerken zugeordnet?
Sind die Mengenströme, die sich über die Schnittstellen bewegen (Material/Daten), beschrieben
und quantifiziert?
Sind die Abläufe beschrieben, um nach Ausfall/ Störung eines Schnittstellenpartners die Schnittstelle wieder in Betrieb zu nehmen?
Sind Testabläufe beschrieben, um die Funktionalitäten der Schnittstellen zu prüfen?
Systemtechnische Anforderungen
Entsprechen die formulierten Anforderungen dem aktuellen Stand der Gesetze, Normen und Richtlinien?
Sind die definierten Umgebungsbedingungen seitens des Auftraggebers einzuhalten?
Inbetriebnahme
Sind die Test- und Inbetriebnahmephasen beschrieben?
Ist die Reihenfolge bzw. Parallelität dieser Phasen sinnvoll?
Ist die Bereitstellung von Betriebsmitteln, Daten und Personal mengenmäßig und zeitlich festgelegt?
Sind die Vorgehensweise sowie die Prüf- und Beurteilungskriterien festgelegt?
Qualität
Entsprechen die definierten Qualitätsanforderungen betriebsinternen Normen, Vorschriften und
Richtlinien?
Sind die qualitätssichernden Methoden und Maßnahmen bei Auftreten von Qualitätsabweichungen definiert?
Projektorganisation
Sind die Projektorganisation und Terminplanung mit eventuell anderen Gewerken abgestimmt?
Sind die Zuständigkeiten und die Ansprechpartner klar definiert?
Ist das Berichtswesen klar abgestimmt?
In einem Anhang zum Lasten- und Pflichtenheft sind folgende Punkte aufzunehmen:
Begriffe und Definitionen: Die im Lasten- und Pflichtenheft verwendeten Begriffe sind zusammenzustellen und zu definieren oder zu erläutern.
Abkürzungen: Die im Lasten- und Pflichtenheft verwendeten Abkürzungen sind zusammenzustellen und zu erklären.
Nomenklatur/Bezeichnungssystematik der Komponenten: Die Syntax von Datentypen (z.B. Messstellennamen, Analysenbezeichnungen, Produktbezeichnungen) ist darzustellen (z.B. in Form von Syntax-Struktogrammen).
Gesetze, Normen, Richtlinien
Die für dieses Projekt einzuhaltenden Regeln der Technik sind aufzuführen, z.B.
Gesetze
Verordnungen
Normen (CE, DIN, EN, ISO)
VDE-Vorschriften
VDI-Richtlinien
FEM (Föderation Europeenne de la Manutention)
Richtlinien des Anwenders
Stichwort-Verzeichnis
To be continued...